CABLE CONGRESS: Geschwindigkeitsrausch
Die europäischen Kabelnetzbetreiber geben sich anlässlich der Hauptversammlung ihres Dachverbands Cable Europe in Brüssel ganz dem Temporausch hin: In 13 Ländern hat das Kabel bereits die Schallmauer von 100 Mbit/s durchbrochen. 21,5 Millionen Europäer surften Ende 2009 per Kabel im Internet - ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze mit Digital-TV stiegen um 20 Prozent und übertrafen erstmals die Umsätze aus dem analogen Anschlussgeschäft. „Das ist ein Wendepunkt für unsere Branche“, sagte Cable-Europe-Präsident Manuel Kohnstamm bei der Eröffnung des Cable Congress 2010 am 4. März. Insgesamt erzielten die europäischen Kabelnetzbetreiber 2009 ein Umsatzplus von 3 Prozent. Forderungen nach einer Öffnung des Kabels für Dritte wies Kohnstamm entschieden zurück. Das Reseller-Modell habe keine Zukunft, alles laufe auf einen sich verschärfenden Infrastruktur-Wettbewerb mit anderen Zugangstechnologien hinaus. Es sei Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb zu schaffen und so Investitions- und Innovationsdruck auf alle Betreiber auszuüben. Eine zentrale Frage auf der anschließenden Paneldiskussion war, was nach dem Rausch der Geschwindigkeit kommt und ob die Kabelnetzbetreiber durch ihre hohen Datenraten der Konkurrenz ein Einfallstor in ihre Kernmärkte TV und Video-on-Demand bieten, etwa Videoportalen wie Hulu. Die Vertreter des Kabelkonzerns Liberty Global - Mike Fries, Manuel Kohnstamm und Duco Sickinghe - beschwörten die Schicksalsgemeinschaft von Kabelgesellschaften und Programmanbietern: Neue Geschäftsmodelle und Applikationen könne man nur gemeinsam entwickeln, die Sender würden ihre Zielgruppen am besten kennen. Infos: www.cablecongress.com



