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Die Schlagzeilen des Medienboten (4. März 2010)

TOP-MELDUNGEN

Mainstream Media expandiert / Interview mit Gottfried Zmeck
GoldStar TV, der Pay-TV-Kanal für Schlagerfans, feierte am 1. März sein zehnjähriges Bestehen. Mit dem Heimatkanal und Romance TV betreibt die Muttergesellschaft Mainstream Media zwei weitere Abo-Sender. Das Projekt Country Music Star TV ist startbereit, außerdem wird an der Rückkehr von Hit24 gearbeitet. Der Medienbote sprach mit Mainstream-Media-Vorstandschef Gottfried Zmeck über die Entwicklung der Senderfamilie und Zukunftspläne wie HDTV und die Expansion ins Ausland.

Sky holt Logistik ins eigene Haus zurück
Der Pay-TV-Veranstalter Sky Deutschland übernimmt mit sofortiger Wirkung den Dienstleister Loxxess Medienlogistik vom Logistikkonzern Loxxess. Der Sky-Vorgänger Premiere hatte das auf Logistik für digitale Medien spezialisierte Unternehmen im August 2006 unter dem Namen Premus Logistik und Service gegründet und 2007 an Loxxess verkauft. Mit der Transaktion befindet sich Loxxess Medienlogistik wieder vollständig in der Hand des Abo-Senders, der das Unternehmen in Sky Logistics Services umbenennen will. Weshalb sich Sky für den Rückkauf entschieden hat, welche Aufgaben Loxxess auch künftig für den Abo-Sender erbringen wird und was mit Drittkunden wie Tele Columbus, Humax, Thomson, Philips und Samsung geschieht, erfahren die Abonnenten des Medienboten.

Geschwindigkeitsrausch / Bericht vom Cable Congress
Die europäischen Kabelnetzbetreiber geben sich anlässlich der Hauptversammlung ihres Dachverbands Cable Europe in Brüssel ganz dem Temporausch hin: In 13 Ländern hat das Kabel bereits die Schallmauer von 100 Mbit/s durchbrochen. 21,5 Millionen Europäer surften Ende 2009 per Kabel im Internet - ein Plus von 13,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze mit Digital-TV stiegen um 20 Prozent und übertrafen erstmals die Umsätze aus dem analogen Anschlussgeschäft. Der Medienbote berichtet vom Cable Congress 2010 über weitere Neuigkeiten, medienpolitische Forderungen und mögliche Gefahren für Kabelnetzbetreiber.

Douglas steigt aus Teleshopping aus
Die Parfümerie Douglas hat ihr Teleshopping-Angebot eingestellt. Douglas TV war am 28. August 2009 als Fenster auf dem Sendeplatz des Schmuckkanals auf Astra (19,2° Ost) gestartet. Angeboten wurden Markenprodukte aus den Bereichen Kosmetik, Pflege, Make-Up, Düfte, Accessoires und Schmuck, die in moderierten Sendungen mit wechselnden Themenschwerpunkten präsentiert wurden. In Gesprächsrunden kamen Experten aus der Kosmetikindustrie zu Wort. Weshalb Douglas TV geschlossen wurde, steht in der aktuellen Ausgabe des Medienboten.

Karamba TV in Vorbereitung
Mit Karamba TV befindet sich ein neuer Fernsehkanal in Deutschland in Vorbereitung. Die in Gründung befindliche Betreibergesellschaft Karamba GmbH hat bei der baden-württembergischen Landesanstalt für Kommunikation einen Lizenzantrag für das Programm gestellt. Auch der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich liegt das Vorhaben bereits zur Begutachtung vor. Mehr über den neuen Sender erfahren die Abonnenten des Medienboten.

Discovery startet Frauenkanal
Der US-Fernsehveranstalter Discovery Communications setzt die geplante Expansion seines Frauenkanals TLC in internationale Märkte in die Tat um. Der Abo-Sender startet am 4. März in Norwegen auf den Pay-TV-Plattformen Canal Digital, GET und Lyse und wird danach in über 75 weiteren Märkten eingeführt. Bis Frühling 2011 soll der Sender mehr als 100 Millionen Haushalte erreichen. Die Einzelheiten stehen in der aktuellen Ausgabe des Medienboten.

WEITERE MELDUNGEN IN FOLGENDEN RUBRIKEN

  • Fernsehen
  • Radio
  • Kabel, Satellit, DVB-T, IPTV
  • Fusionen & Allianzen 
  • Produktionen & Projekte
  • Interaktive Dienste
  • Mobile Medien
  • Zahlen & Fakten
  • Medienpolitik
  • Veranstaltungen
  • Personalien
  • Sat-News
  • Kuriosum

GOLDMEDIALES

FILMFORECASTING: Weniger Risiko im Filmgeschäft
Von Krise offenbar keine Spur! Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen der Medienwirtschaft konnte die deutsche Filmwirtschaft ein höchst erfolgreiches Jahr 2009 feiern: mehr Kinobesucher (plus 13,1 Prozent), mehr Umsatz (plus 22,8 Prozent), mehr Erfolg für den deutschen Film beziehungsweise internationale Koproduktionen mit deutscher Beteiligung und 6 Millionen Kinobesucher mehr als 2008 (1). Auch die gerade beendete Berlinale vermeldet Zuschauerrekorde. Und dennoch: Die Kinobranche kämpft wie andere mit komplizierten Rahmenbedingungen. Berücksichtigt man die langwierigen Produktionsphasen von Kinofilmen - oft vergehen Jahre vom ersten Skript bis zur Premiere -, könnten die Auswirkungen von Finanz- und Wirtschaftskrise erst noch folgen. Aus ökonomischer Sicht ist die Finanzierung eines Kinofilms ein Hochrisiko-Projekt. Notwendige Finanzierungspartner, vor allem wenn sie aus kinofernen Branchen stammen, gilt es mit Fakten zu überzeugen - ein interessantes Drehbuch allein genügt leider nicht. Zunehmend häufiger nutzt die Filmbranche deshalb wissenschaftliche Methoden, um verlässliche Prognosen über Zuschauerzahlen schon vor Produktionsstart zu erhalten. Filmforecasting-Analysen helfen dabei, das Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und stichhaltige Argumente für Investitionsentscheidungen zu liefern. Das Prinzip des Filmforecasting ist relativ schnell erklärt: Mit Hilfe einer Analysesoftware aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) wird nach Abhängigkeiten und Zusammenhängen bei bereits produzierten Filmen gesucht, die den Erfolg von neuen Filmen erklärbar machen. Diese Abhängigkeiten sind keineswegs linear und genau deshalb nicht „mit bloßem Auge“ zu erkennen. Das altbekannte „Bauchgefühl“ ist daher regelmäßig überfordert. Es besteht zum Beispiel kein besonders starker Zusammenhang zwischen dem Produktionsbudget eines Films und dessen späterem Umsatz, wie schon viele Filmstudios leidvoll erfahren mussten. In den USA gehören Filmforecasting-Verfahren bereits heute zum Standard von Finanzierungsentscheidungen. So nutzen die großen US-Filmfinanzierer für ihre Entscheidungen Daten, die mit solchen Computeranalysen zu den Erfolgsaussichten der neuen Filme generiert wurden. Risikomanagement nennt man diese aus dem Bereich der klassischen Kreditvergabe gut bekannten Methoden. Aber auch in Europa und Deutschland finden derartige Methoden mehr und mehr Beachtung. Getrieben von der Überzeugung, dass derartige Prognosemodelle auch in der Filmwirtschaft Anwendung finden können und bald zum Standard im Produktionsprozess gehören, hat Goldmedia bereits vor Jahren ein Filmforecasting-Modell speziell für den deutschen Kinomarkt entwickelt, seit rund drei Jahren an verschiedenen Filmprojekten getestet und dabei eine erstaunliche Prognosegüte von rund 80 Prozent erzielt. Grundlage bildet eine umfangreiche Datenbank mit Informationen zu mehr als 1.000 Kinofilmen mit deutscher Beteiligung aus den vergangenen zehn Jahren. Für alle Filme sind stets dieselben Informationen hinterlegt, darunter Faktoren wie Zuschauer- und Umsatzzahlen, Starttermine, Genre, Budget, Filmlänge, Fördergelder, Altersfreigabe, Sprache, Verleihfirma und viele andere mehr (insgesamt 60 Determinanten). Prognostizierbar sind die zu erwartenden Zuschauerzahlen in Form von Größenklassen sowie Optimierungspotenziale. Ebenso möglich sind Vorhersagen für den Erfolg der Filme auf weiteren Stufen der Verwertungskette wie DVD-Vertrieb, TV-Auswertung etc. Beim Filmforecasting geht es nicht darum, die Branchenkenntnis erfahrener Filmemacher zu ersetzen oder mit der ökonomischen Schere alle Kreativität auf Mittelmaß zu trimmen - wohl aber darum, wissenschaftliche Methoden zur Risikominimierung in der Filmindustrie einzusetzen. Damit lassen sich die ökonomischen Rahmenbedingungen bereits im Vorfeld verbessern.

Autor: Dr. Florian Kerkau, Geschäftsführer Goldmedia Custom Research GmbH, E-Mail: info@goldmedia.de / Internet: www.goldmedia.de

(1) Quelle: Pressemeldung FFA vom 10.02.2010, www.ffa.de


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